13 Apr
Unglückliche Heimniederlage gegen Bierden
Es war wie verhext
20 Apr
TSV Etelsen III - SV Wahnebergen 0:2
Dreckiger 2:0 Sieg in Etelsen
Ungewohnte Zeiten erfordern ungewöhnliche Geschichten – und so begann die Partie zwischen TSV Etelsen III und dem SV Wahnebergen bereits um 12:30 Uhr. Für einige Akteure fühlte sich das eher nach Frühstück als nach Fußball an. Dazu kam, dass der ein oder andere noch mit den Nachwirkungen des Nordderbys vom Vortag zu kämpfen hatte: Die Werder-Fans hatten wohl etwas zu ausgelassen gefeiert, während die HSV-Anhänger noch versuchten herauszufinden, ob der Schmerz vom Spiel oder vom Aufstehen kam. Kurz gesagt: Die einen hatten schwere Beine (und eine schwere Leber), die anderen schwere Herzen.
Personell war Wahnebergen erneut arg gebeutelt. Alleine 7 Spieler fehlten verletzt. Deshalb saß Co-Trainer Fahrenholz wieder als Joker auf der Bank – ein Luxus, den man zuletzt öfter in Anspruch nehmen musste. Und dann war da noch die ganz große Geheimwaffe: Lukas Hellwinkel, besser bekannt als „Hellboy“, feierte sein Comeback. Sein letztes Pflichtspiel lag zweieinhalb Jahre zurück, seine Fußballschuhe vermutlich genauso lange unangetastet in der Tasche. Staubig vielleicht, aber offenbar noch einsatzbereit.
Auf dem Platz hatte Wahnebergen grundsätzlich relativ viel Ballbesitz, aber wenig Tempo und sehr viele unnötige Ballverluste prägten das Spiel. Der Gastgeber ließ den Gast gewähren und lauerte auf Ballverluste. Zweimal wurde es für den SVW richtig brenzlig. Ein Abschluss aus rund elf Metern klatschte ans Aluminium. Kurz zuvor zeigte Matthias Müller, dass seine Torwart Skills (wenn man von den ausbaufähigen Abschlägen absieht), im Gegensatz zu seinen Haaren noch nicht ergraut sind. Als ein Stürmer versuchte, ihn zu überlupfen, schnellte sein Arm blitzschnell nach oben und lenkte den Ball ins Aus.
Offensiv blieb Wahnebergen einigermaßen harmlos, kam zumeist nur über Standards immer wieder zu Halbchancen. Die gut getretenen Bälle von Bastian Müller und Kevin Hikade sorgten zumindest für etwas Gefahr. Einer dieser Standards voin Müller führte schließlich auch zur – zugegebenermaßen schmeichelhaften – Führung: Ein Etelser Spieler köpfte den Ball unbedrängt ins eigene Netz.
Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild. Etelsen hatte weiterhin Räume durch Wahneberger Ballverluste, doch die ganz großen Chancen wurden seltener. Einmal rettete der Außenpfosten nach einer Ecke, ein anderes Mal musste Müller erneut eingreifen, als ein kurioser Distanzversuch – halb Flanke, halb Torschuss – sich gefährlich senkte und von ihm über die Latte gelenkt wurde.
Wahnebergen erarbeitete sich wenigstens noch auch spielerisch ein paar eigene Möglichkeiten. Luca Buchwitz verpasste am langen Pfosten das leere Tor – der Ball kam halbhoch, der schwache linke Fuß war gefragt, und für seinen Lieblings-Trick, den Rabona, war schlicht keine Zeit. Kevin Hikade ließ seinen Gegenspieler stark stehen, legte sich den Ball jedoch etwas zu weit vor und schob ihn am Pfosten vorbei. Und auch „Hellboy“ hatte seinen Moment: Sein Abschluss strich nur um Zentimeter am Tor vorbei – ein Comeback-Tor wäre die perfekte Geschichte gewesen.
So blieb es lange spannend, bis in die zweite Minute der Nachspielzeit. Dann schlug die Joker-Karte zu: Co-Trainer Fahrenholz, gerade erst eingewechselt, spielte einen perfekt getimten Pass in die Tiefe auf Hikade. Dieses Mal blieb er eiskalt und schob souverän zum 2:0-Endstand ein.
Ein Spiel, das vielleicht nicht durch Glanz, aber durch Einsatz, Improvisation und eine gute Portion Humor in Erinnerung bleibt – genau das, was man an einem Sonntagmittag eben braucht.
